TT-Master – Lange Noppen werden verboten!

Zum 15.10.2008 hat die ITTF eine neue Belagliste 29B herausgebracht, auf der insbesondere die langen Noppen von TT-Master Insider und Swing Back IF verboten wurden.

Nachdem viele Noppenspieler nach einem langen und kostspieligen Test im Sommer glaubten, den richtigen Belag gefunden zu haben, so stehen diese Sportler wieder bei Punkt 0. Hier hat jedoch nicht die ITTF Schuld. Vielmehr hat die Firma TT-Master offensichtlich nicht aus dem Crossbow Desaster ( Zulassung wurde nach ein paar Wochen entzogen) gelernt.

So hat die Firma vermutlich durch die große Nachfrage und Lieferengpässen vor der Saison ein Qualitätsproblem unterschätzt. So wichen bei der Produktion des Insider und des Swing Back IF der Reibungswert von den bei der Genehmigung eingereichten Belags ab. Nicht wenige Sportler monierten, dass Beläge geliefert wurden, die glatter als eine frühere Version waren. Dies war natürlich ein Angriffspunkt für die Gegner der langen Noppe sowie die Herstellerkonkurrenz um Dr. Neubauer und Co.! Auch die ITTF hat durch Testkäufe das Produktionsverhalten von TT-Master kontrolliert und dabei mehrfach Beläge mit zu niedrigem Reibungskoeffizienten (kleiner 25mN) festgestellt.

Man braucht sich also nicht zu wundern wenn die ITTF da einen Riegel vorschiebt. Für die Zukunft sollte man daher sehr gut überlegen, ob man dieser Firma wieder das Vertrauen schenkt. Denn man läuft Gefahr, dass die Zulassung wieder entzogen wird.

Nun stellt sich die Frage, was die Noppenspieler nun machen sollen? Denn ein Umstieg auf einen neuen Belag wäre eine Zumutung für die betroffenen Sportler! Nach offensichtlich massiven Protesten beim DTTB wurde für den nationalen Bereich nun eine Aufbrauchfrist bis zum Ende der Saison (30.06.2009) erlassen. Dies kann unter http://www.tischtennis.de/aktive/material/ nachgelesen werden.

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11 Kommentare
  1. bttv sagt:

    Auch zum Frischklebeverbot wird weiter betrogen. Tuner und Booster (Billiglösung: Lampenöl und Grillanzünder) werden eingesetzt. Die Noppenspieler stehen immer wieder am Pranger.

    Da sehe ich nur eine Lösung: Wiedereinführung des Barna als einzig zugelassenen Belag! Damit bestehen dann wieder gleiche Chancen für Alle…

  2. Rainer sagt:

    Hallo,
    meiner Meinung nach ein klarer Fall:
    die großen Hersteller sind unfähig oder zu überheblich gute Langnoppen zu entwickeln. Die kleineren Hersteller (TT-Master z. B.), gewinnen Marktanteile. Die „Grossen“ lassen Ihre Macht spielen und so kommt es zu völlig diktatorische Massnahmen. Was will der Verband eigentlich – nur noch superschnelle 20-25-jährige Spieler. Würde man einen „Streik“ aller Noppenspieler erreichen würde es in fast allen Liegen dunkel werden.
    Die neue Verbotsliste ist wieder ein typischer Beweis, dass man in Deutschland nur genügend Macht (oder Geld) haben muss um die Regeln zu bestimmen. Schade das die Demokratie noch nicht bis zu BTTV durchgedrungen ist.
    Zusammenfassung: es stinkt zum Himmel

    Rainer

  3. bttv sagt:

    Hallo Rainer,

    da muss ich dir zustimmen! Die ITTF kann nicht nur den Spitzensport mit immer neuen Änderungen im Auge behalten. Vielmehr muss es auch in Zukunft möglich sein Tischtennis bis ins hohe Alter zu spielen. Und da sind eben lange Noppen und Antitops ein gutes Mittel, das inzwischen große Tempo etwas heraus zu nehmen.

    Wenn es um Lizenzgebühren, etc. geht, so hat die „Geld“-Macht der großen Hersteller bei der ITTF die besseren Karten. Schade nur für die kleinen Firmen und schlecht für die Demokratie im Sport!

    Übrigens, wenn TT-Master wirklich so blöd war glatte Noppen auszuliefern, dann kann ich den Schritt der ITTF zumindest verstehen. Aber offizielle Statements sind hierzu sind nicht zu finden. Ich konnte hier nur „Gerüchte“ im Internet finden.

  4. Gerd sagt:

    Hallo,

    habe gerade gesehen, dass der TT MASTER SBIF auf der aktuellen Liste 29B+ der ITTF ohne Kennzeichnung… bis 30.06.09 drauf steht, dedeutet ja ohne Einschränkung, oder?
    Wie wird es weiter gehen mit dem Belag nach dem 30.06.09, gibt es da schon eine Tendenz…?
    Vielen Dank für eine Information dazu!

  5. bttv sagt:

    Der Eintrag in der Liste 29B+ liegt wohl am Einspruch von TT-Master gegen die Entfernung ihrer Beläge aus der Belagliste 29b. Ein schweizer Zivilgericht hat einer einstweiligen Verfügung statt gegeben. Damit musste die ITTF handeln.

    Die ITTF hat sich nach meinen Ermittlungen wohl der Entscheidung des DTTB angeschlossen und eine Aufbrauchfrist bis zum 30.06.2009 eingeräumt.

    Nachdem der Ausgang des Streits ungewiss ist, sollte man auf alternative Beläge umsteigen!

  6. Matthias sagt:

    mich würde mal interessieren wie die ITTF den Reibungskoeffizienten (kleiner 25mN) gemessen hat, dazu wird von der ITTF nur auf Experten verwiesen aber nichts bewiesen.

    Und ohne Beweise, übernimmt der DTTB diese Änderungen?

    Was hat dies noch mit Sport zu tun!

  7. bttv sagt:

    Ich gehe schon davon aus, dass bei der Zulassung der Beläge eine Materialüberprüfung in einem Labor stattgefunden hat. Spannend wird die Frage sein, wie die anhängigen Gerichte die „Messtoleranzen“ bei der Produktion der TT-Master-Beläge bewerten. Und darf der Insider ggf. über den 30.06. hinaus weiter gespielt werden, wenn sich die Parteien nicht vor Gericht einigen können.

    Gibt es hierzu schon nähere Infos zum Gerichtsverfahren vom 10.03.?

  8. Matthias sagt:

    „bttv: Gibt es hierzu schon nähere Infos zum Gerichtsverfahren vom 10.03.?“

    Vertreter der ITTF wahr wohl diesmal der Vorsitzende des DTTB Lehrausschusses Dr. J.K.
    aber raus gekommen ist noch nichts lt. Telefonat TT-Master & einem Händler aus der Schweiz.

    Meine Meinung: was soll schon rauskommen, in 90% der Fälle ein Vergleich, der Belag bleibt 09/10 auf der Liste (bis 30. Juni ist eh noch nix entschieden), wird ab 10/11 unter einem neuen Produktnamen den Anforderungen entsprechen.

  9. Mike sagt:

    Ich bin 58 und spielte früher mit Dr. Neubauer, Jetzt mit TT-Master Insider. Seit der Umstellung habe ich mit einem Tennisarm zu kämpfen. Ich habe keine Lust mehr mich ständig umzustellen, kost ja auch Geld. Vieleicht sollten wir den 50 mm Ball einführen.
    Gruß
    Michael

  10. bttv sagt:

    @ Matthias: Danke für deine Info zum aktuellen Stand! Es ist eigentlich schade, dass hier wohl keine klare Entscheidung zu erwarten ist und wohl noch weitere Verfahren vor Gericht drohen. Damit kann der Belag bis zum 30.06. weitergespielt werden. Vorher ist noch ein Gerichtstermin. Wenn dort keine endgültige Entscheidung getroffen wird, bekommt TT-Master bestimmt wieder eine einstweilige Verfügung und der Belag dürfte diesmal auch auf Liste 30 stehen.

    Ich kann mich Mike nur anschließen. Der ständige Materialwechsel macht wirklich keinen Spaß mehr. Wann sehen die Verantwortlichen endlich ein, dass man hier nur die Spieler an der Basis trifft. Landesliga oder höher schaffen doch nur die wenigsten Noppenspieler. Und wenn unser Spiel immer schneller wird, dann verlieren wir doch nur die „Seniorengruppe“, die im wesentlichen aber in der Vereinsführung als Abteilungsleiter, etc. doch weiterhin dringend gebraucht wird. Und bei älter werdender Bevölkerung müssen wir auch für diese Gruppen Alternativen anbieten.

  11. bttv sagt:

    So nun ist es wohl endlich mit dem TT-Master vorbei. Die Firma hat in dem langwierigen Gerichtsverhandlungen wohl resigniert und folgenden Text auf Ihrer Webseite (Achtung Übersetzung aus einem anderem Forum) veröffentlicht:

    „Wir haben Schritte unternommen, die einstweiligen Maßnahmen zu stoppen und wollten vor der Bekanntgabe unserer Entscheidung die Bestätigung des Gerichts abwarten. Nach der gerichtlichen Zurückweisung unseres Antrags, für die Beläge Insider und SB-IF eine weitere provisorische Zulassung zu verfügen, haben wir die Situation analysiert und gefühlt, dass das abschließende Urteil sehr ungewiss sei und das Verfahren sehr lange andauern könnte, da die Entscheidung des Gerichts nicht nur auf technische Einschätzungen, sondern auch auf die Autonomie einer internationalen Organisation Rücksicht nimmt. Im Einvernehmen mit unserem Rechtsanwalt sind wir zur Einsicht gekommen, dass es vernünftig sei, auf eine Fortsetzung des Verfahrens zu verzichten.

    Wir hoffen, Sie verstehen die Klugheit unserer Entscheidung und bitten Sie zu glauben, dass wir alle Möglichkeiten eines kleinen Unternehmens, die Zulassung dieser zwei Beläge zu behalten, ausgeschöpft haben.“

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